Ausgangslage
Eine Seilbahn für Bonn ist eine historische Idee und ein Element moderner Mobilitätsplanung. Der Venusberg, mit dem Universitätsklinikum Bonn, ist ein wichtiger Arbeits- und Gesundheitsstandort. Täglich verursachen Beschäftigte, Studierende, PatientInnen und Besuchende viel Verkehr. Die Zufahrten sind überlastet, Parkplätze sind knapp und die Infrastruktur ist an ihren Grenzen.
Aufgabenstellung
Für den Bau dieses Seilbahnprojekts sind genaue Kenntnisse des Baugrunds an den Stations- und Maststandorten entscheidend. Die ARGE Geotechnik Seilbahn Bonn, bestehend aus ELE Beratende Ingenieure GmbH und Stölben GmbH, wurde mit der Baugrunderkundung und geotechnischen Beratung beauftragt. Im Rahmen einer Projektanpassung wurden zwei zusätzliche Bohrungen bis zu 20 m Tiefe in Hanglage veranlasst. Die Studersond AG führte die Erkundungsbohrungen und Kampfmittelsondierungen durch.
Herausforderungen
Die beiden Bohrpunkte lagen teilweise in steiler Hanglage in sensiblen Grünflächen, mit schmalen Zufahrten. Das gesamte Programm musste vor Beginn der naturschutzrechtlichen Schonzeit abgeschlossen sein. Die Geräteeinrichtung zeigte, dass dies kein Standardprojekt war, da die Positionierung Erfahrung und Fingerspitzengefühl erforderte. Dank der kompakten Bauweise konnte das Bohrgerät ohne Geländeanpassungen aufgestellt werden. An einem exponierten Standort wurde die TL18geo beim Hochfahren im Hang mit einer Seilwinde unterstützt.
Bohrablauf
Die Bohrungen wurden als Vertikalbohrungen durchgeführt, wobei der Energieeintrag an die Baugrundverhältnisse angepasst wurde. Durch drehendes oder drehend-rammendes Arbeiten blieb die Schichtabfolge trotz wechselnder Zusammensetzung klar erkennbar. Dadurch wurden Fehlinterpretationen vermieden und Bohrkerne mit hoher struktureller Integrität gewonnen, was eine verlässliche Grundlage für weitere Untersuchungen bildete.
Fazit
Trotz Hanglage, sensibler Umgebung und engem Zeitfenster haben Urs und Marek 2x 20 m inklusive Mobilisation innerhalb von 3 Tagen abgeteuft.